Capoeira Movement Introduction

Verein Mensch sein, Region Steirischer Zentralraum: In einem eineinhalbstündigen Intro-Workshop durften die 10 jungen Teilnehmer erste Einblicke in die Welt der Capoeira erhaschen. Die Gruppe setzte sich aus 10 unbegleiteten minderjährigen und jungen erwachsenen Gefüchteten aus Afghanistan und dem Irak, sowie 4 erfahrenen Capoeristas (männlich und weiblich, aus Österreich und Mexiko) zusammen.

Der Trainer, Hr. Daniel Kröll (Capoeira Graz), schaffte es rasch, die anfangs noch etwas aufgeregten und unruhigen Gemüter der Jungs, mit einem schweißtreibenden Aufwärmtraining, zu mehr innerer Ruhe und Konzentration für die Sache zu bewegen.


Danach wurden einige Grundbewegungen der Capoeira vorgezeigt und geübt: Ginga = der Grundschritt, Meia lua = kontrollierter Tritt von außen nach innen, Cocorinha = Ausweichbewegung, sich klein machen, Aú = kleines Rad, dient dazu sich in der Roda (= Kreis, in dem gespielt wird) fortzubewegen, Tesora = am Boden wird mit den Beinen eine Schere gebildet, man lädt den Gegenspieler ein sich zu nähern.

Den letzten Teil der Trainingseinheit bildete die sogenannte Roda. Die TeilnehmerInnen sitzen (oder stehen) im Kreis während die Bateria (= MusikerInnen) mit den traditionellen Instrumenten Berimbao (= einsaitiges Instrument mit Kürbis als Klangkörper), Atabaque (= bauchige Trommel), Pandeiro (= Tamborin), Agogó und Reco-Reco (= Rhythmusinstrumente aus Bambus/Kokosnüssen) gemeinsam musizieren. Dazu wird auf Portugiesisch gesungen und je nach Rhythmus geklatscht. Es sind also alle Anwesenden am Geschehen beteiligt und die Musik soll Fokus und Unterstützung für die Spieler in der Mitte des Kreises bieten. Einige der Jungs durften sich an Instrumenten versuchen, während andere ihre neu erlernten Fähigkeiten im Spiel mit den erfahreneren Capoeiristas in der Roda ausprobieren durften.

Alles in allem verbrachten wir mit den Jungs ein gleichzeitig anstrengendes wie auch sehr energiegeladenes Training für Körper und Geist, welches ihnen geschlossen sehr gefallen hat. Auch die sportlicheren unter ihnen hatten an den kommenden Tagen mit Muskelkater zu „kämpfen“ und einige verborgene Talente haben sich schon gezeigt. Für die Interessierten unter den Teilnehmern, und da gibt es doch einige, besteht nun die Möglichkeit sich im regulären Training auszuprobieren. Einen kleinen Teil dieser Einheiten können wir im Rahmen der „Xund und Du“ - Förderung vorfinanzieren. Wir hoffen natürlich, dass sich weitere Möglichkeiten auftun werden, den motivierten Burschen (und zukünftigen Capoeiristas) eine regelmäßige Teilnahme am Training zu ermöglichen. Denn Capoeira hat schließlich nicht nur positive Auswirkungen auf das Körperempfinden. Es ergeben sich unzählige Möglichkeiten physisch wie auch psychisch an sich selbst zu arbeiten, zu mehr Balance im Außen und Innen zu finden und nicht zuletzt Anschluss zu einer neuen Gruppe an Menschen mit unterschiedlichster Herkunft zu finden und Freundschaften zu knüpfen.

Axé! (= Ausdruck in der Capoeira für positive Energie)