WORUM GING ES?

Jugendgersundheitskonferenz JudenburgMit dem zweijährigen Projekt XUND und DU fanden zum ersten Mal in der gesamten Steiermark Jugendgesundheitskonferenzen statt. Ziel dabei war es, die Gesundheitskompetenz und gesundheitliche Chancengerechtigkeit bei steirischen Jugendlichen zu fördern und zu stärken. Jugendliche bekamen die Möglichkeit, sich kreativ mit dem Thema Gesundheit auseinanderzusetzen und erhielten für ihre Ideen und die Umsetzung ihrer Projekte Förderungen.

Ausgeschüttet wurden die Mikroprojektförderungen von April 2015 bis Oktober 2016. Die Ergebnisse der Jugendprojekte standen anschließend im Zentrum der Jugendgesundheitskonferenzen, die im Sommer 2015 und 2016 in allen sieben steirischen Großregionen (Obersteiermark Ost, Obersteiermark West, Liezen, Oststeiermark, Südoststeiermark, Südweststeiermark, Steirischer Zentralraum) stattfanden.

Damit die Gesundheitskompetenz bei Jugendlichen auch nachhaltig gesteigert werden konnte, wurden zusätzlich Netzwerke im Bereich der Jugendgesundheit direkt in den sieben Großregionen etabliert. MultiplikatorInnen aus dem Jugend- und Gesundheitsbereich wurden dabei über die Projektfortschritte informiert und ihre Ideen und Anregungen wurden auch in die Planung der Jugendgesundheitskonferenzen miteinbezogen.

Um das Projekt für Jugendliche noch interessanter zu gestalten, begleiteten Jugendredaktionsteams XUND und DU medial. Jugendliche Peers aus den Regionen bekamen so die Gelegenheit das Projekt  in jugendgerechter Sprache, über ihre bevorzugten Kanäle, zu verbreiten.

Außerdem wurden verschiedene Fachstellen, die in der Steiermark in den Bereichen Gesundheit, Gesundheitsförderung, Gesundheitskompetenz (auch) für Jugendliche tätig sind, laufend zur Mitarbeit im Zuge eines Fachbeirats eingeladen. 

Das Projekt wird im Rahmen der Vorsorgemittel der Bundesgesundheitsagentur finanziert. Die Projektleitung lag beim Gesundheitsfonds Steiermark.

beteiligung.st - die steirische Fachstelle für Kinder-, Jugend- und BürgerInnenbeteiligung - und LOGO jugendmanagement - die steirische Fachstelle für Jugendinformation und -kommunikation - sind durch ihre jahrelange Expertise im Jugendbereich qualifizierte Institutionen und wurden dadurch mit der Projektumsetzung betraut.

Ausgangslage

Physische und psychische Gesundheit sind entscheidende Faktoren für eine hohe Lebensqualität. Die Förderung der Gesundheitskompetenz bei Kindern und Jugendlichen legt demnach einen wichtigen Grundstein für das Gesundheitsbewusstsein im Erwachsenenalter.

Aus dem „European Health Literacy Survey (HLS-EU Studie)“ ging hervor, dass Österreich in Bezug auf die Gesundheitskompetenz im europäischen Vergleich an vorletzter Stelle liegt. Insbesondere österreichische Jugendliche weisen der Studie zufolge eine inadäquate oder problematische Gesundheitskompetenz auf. Die Hälfte aller Jugendlichen in Österreich haben im Bereich der Gesundheitsförderung wenig bis kein Wissen.

Auch innerhalb Österreichs existierten gravierende Unterschiede im Gesundheitsbereich. In einem Österreichvergleich aus dem Jahr 2012 rangiert die Steiermark in Bezug auf die Gesundheitskompetenz an letzter Stelle. Auch hier weist die Mehrzahl (60 %) der steirischen Jugendlichen ein unzureichendes Gesundheitswissen auf. Beeinflusst wird die eingeschränkte Gesundheitskompetenz der Jugendlichen durch eine Vielfalt an individuellen, sozialen, sozialökonomischen und gesellschaftlichen Faktoren. So zeigt der Kinder- und Jugendgesundheitsbericht der Steiermark aus dem Jahr 2010 auf, dass der Gesundheitszustand der steirischen Jugendlichen, aufgrund unterschiedlicher Rahmenbedingungen, unter anderem die wirtschaftliche und soziale Situation, ungleich verteilt ist. Demnach sind insbesondere sozial benachteiligte Jugendliche von mangelnder Gesundheitskompetenz betroffen. 

Vorsorgestrategie "Gesundheitliche Chancengerechtigkeit bei Kindern und Jugendlichen"

Das Schwerpunktthema 2015/16 der österreichischen Vorsorgestrategie ist die „Gesundheitliche Chancengerechtigkeit bei Kindern und Jugendlichen“. Für deren Umsetzung stellt die Bundesgesundheitsagentur von Anfang 2015 bis Ende Mai 2017 Vorsorgemittel in der Höhe von 6,5 Millionen Euro zur Verfügung. Die Mittel werden zu je zwei Fünftel an Länder und Gebietskrankenkassen und zu einem Fünftel an den Bund vergeben.

Für die Vorsorgestrategie „Gesundheitliche Chancengerechtigkeit bei Kindern und Jugendlichen“ wurden nur Modelle guter Praxis ausgewählt, deren Wirkung bereits erwiesen ist. Konkret wurden Maßnahmen in den Bereichen „Frühen Hilfen“ und Förderung der „Gesundheitskompetenz bei Jugendlichen“ festgelegt.

Das österreichweite gemeinsame und abgestimmte Vorgehen von Bund, Ländern und Gebietskrankenkassen soll deren Kräfte bündeln und eine stärkere Wahrnehmung in der Öffentlichkeit bewirken. In der Zukunft soll das zu längerfristiger Ausrichtung der Maßnahmen und zu nachhaltigen Veränderungen im Sinne der Gesundheitsförderung führen.

Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen unterstützt maßgeblich die österreichweite Umsetzung der Maßnahmen zum Thema „Frühe Hilfen“ und deren bundesweit einheitliche Evaluation.

Die im Bundesministerium für Gesundheit angesiedelte Koordinationsstelle Vorsorgemittel vernetzt die Mittelempfänger und begleitet sie im Sinne der Qualitätssicherung.